Grundlage jeder Optimierung von Prozessen ist der Erkenntnisgewinn über die Hintergründe, also auch die Ursachen von Problemen. Mein Ziel ist es, dass wir aufhören so oft nur Symptome zu behandeln und endlich Lösungen finden. Diese Lösungen können und müssen teilweise radikal (v. lat.: radix "Wurzel", "Ursache") sein, denn wir wollen die Wurzel des Problems entfernen und etwas Neues und Besseres aufbauen.
Doch in der Sportplatzpflege geht es nicht ausschließlich darum, wie gesund die Gräser sind. Neben dem Zustand der Pflanzen sind die Eigenschaften des Spielfeldaufbaus für uns entscheidend. Dazu mehr im Kapitel: sportfunktionelle Eigenschaften eines Rasenplatzes
Nach meiner Methode teilen wir die Maßnahmen lediglich in zwei Kategorien ein und das ist geprägt von der Zielsetzung:
- Vegetationstechnik: Maßnahmen zum Erhalt und zur Optimierung des Regenerationspotentials
- Bautechnik: Maßnahmen zum Erhalt und zur Optimierung der Bauwerkseigenschaften
Als Bauwerk definiere ich bei einem Sportrasen den gesamten, meist künstlichen, Aufbau zwischen dem Rohplanum und der Grasnarbe (vor Einsaat also OK Rasenplanum). Das umfasst die Drän- und/oder Speicherschichten, die Rasentragschicht, die Entwässerung und Bewässerung, sowie Rasenheizungen. Uns stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, um die Bauwerkseigenschaften zu optimieren. Damit lassen sich bereits eine Reihe der zuvor genannten „variablen Faktoren“ beeinflussen.
Weil die Eigenschaften des Bauwerks auch Einfluss auf das Regenerationspotential des Rasens haben, unterscheiden wir nur noch zwischen den Leistungsbereichen:
- Smart-Regeneration B: B für Biologie: die Wissenschaft von der belebten Natur, den Gesetzmäßigkeiten im Ablauf des Lebens von Pflanzen, und
- Smart-Regeneration C: C für Constructio: lat. für zusammenschichten, erbauen, in diesem Fall also: das Bauwerk betreffend)
Zielt die Besandung der Rasenfläche primär darauf auf, die Ebenheit des Bauwerks zu verbessern, wird diese Maßnahme folglich dem Erhalt der Bauwerkseigenschaften zugeordnet, also Smart-Regeneration C. Wird ein Baustoff wie z.B. Sand auf der Fläche verteilt und eingeschleppt (eingebaut), handelt es sich daher um eine Baumaßnahme und keine Vegetationstechnik/Pflegemaßnahme. Eine Torraumsanierung mit Eingriff in das Planum, also dem Abtrag von Boden oder der Verbesserung der Bauwerkseigenschaften hinsichtlich der Wasserdurchlässigkeit, durch z.B. Einmischen von Baustoffen wie Sand, ist eine Baumaßnahme. Das Verlegen von Fertigrasen in einer Schadstelle im Rasen ist dagegen reine Vegetationstechnik.
Die exakte Analyse des Zustands mit der Entwicklung eines individuellen Konzepts und der Definition darüber, ob Maßnahmen aus der Kategorie Smart-Regeneration B oder C, oder eine Kombination sinnvoll ist, steht am Beginn und wird daher als Leistungsbereich Smart-Regeneration A bezeichnet.
Diese neue Definition erleichtert das Verständnis von natürlichen Prozessen und ermöglicht es, clevere Konzepte zu entwickeln, die zielgerichtet und deshalb erfolgreich und nachhaltig sind.
So funktioniert das Smart-Regeneration A-B-C